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Garnele trifft Brombeere

Regionalentscheid des Cooking Cup - Frühere Nordhornerin verpasst Halbfinale

Nordhorn war der Austragungsort des Regionalentscheides beim „Siemens Cooking Cup“, um den sich in diesem Jahr bundesweit rund 500 Hobbyköche beworben haben. Renate Paulsberg und Anne-Marie Neifer aus Dinslaken qualifizierten sich im Küchenland Ekelhoff für das Halbfinale in Traunreut am Chiemsee, das die frühere Nordhornerin Christina Pabsch und ihr Ehemann Herbert aus Melle knapp verpassten.

Von Manfred Münchow – Nordhorn. Renate Paulsberg gibt einige Safranfäden zur Mischung aus Joghurt, Eigelb, Saure Sahne, Dijon Senf und Gewürzen. Sie sind das i-Tüpfelchen zu ihrer Mayonaise, hinter der sich noch weitere kulinarische Kunstgriffe verbergen. Diese soll die Jury des Kochwettbewerbs ebenso überzeugen wie die Brombeersoße, in der Anne-Marie Neifer neben den süßen Beeren unter anderem auch eine Zwiebel, Traubensaft, Hühnerbrühe und Balsamicoessig köcheln lässt. Die beiden Freundinnen sind ein eingespieltes Team.

„Dreierlei aus dem Meer trifft Brombeere und Safran“ heißt das Gericht, mit dem die beiden Frauen aus Dinslaken in Nordhorn punkten wollen. Hinter den Meeresfrüchten verbergen sich eine Farce aus Seelachs sowie Stücke vom Lachsfilet und Riesengarnelen, die in Kohlblättern zu Rouladen verpackt werden und in der gusseisernen Pfanne landen. Dazu gibt es ein Pürree aus Kartoffeln, das durch Ingwer vom Alltagsgericht zum Geschmackserlebnis geadelt wird.

Keine leichte Aufgabe für die Jury, in der unter der Leitung des Profikochs Steve Bormann (Kleines Sandhookhaus) auch GN-Redakteurin Marianne Begemann, Wirtschaftsförderer Ralf Hilmes und Thomas Lüdtke (Ekelhoff) die Wettbewerbsbeiträge verkosten. Die frühere Nordhornerin Christina Pabsch, die sich noch gut an ihre Ausbildung bei Nino erinnern kann, bringt mit Ehemann Herbert ein Schwertfischsteak nach Saltimbocca-Art an einer Gurken-Mango-Salsa auf einem Gitter von Frühlingszwiebeln auf die Teller. Sie haben aber Schwierigkeiten mit einer Pfanne und die Zeitvorgabe nicht eingehalten. Dafür gibt es Punktabzüge. Am Ende ist es immer noch der zweite Platz. Die 67-jährige Christina Pabsch, die heute in Melle wohnt, hat vor Kurzem wieder einmal Nordhorn besucht und ist kaum aus dem Staunen wieder heraugekommen über die Entwicklung, die die Grafschafter Kreisstadt in den vergangenen Jahren nach vorne gebracht hat.

Derweil bruzelt Christian Vater mit seinem Bruder Norbert Vater-Lippold an einer Seezunge, die auf einem Spinatbett mit Pilzen angerichtet werden soll. Die Sauce ist während der kleinen Küchenschlacht etwas zu dünn geraten, die angekündigte Rosette wird daher schwierig. Doch Christian Vater aus Quakenbrück ist dennoch optimistisch. Schließlich hat er es im Jahr 2006 bei einem Kochwettbewerb der ARD unter die letzten 32 Kandidaten geschafft, die in der Allianz-Arena in München gegeneinander angetreten sind. Aufs Treppchen schaffte er es nicht, in Nordhorn bleibt Platz drei.

Wie die anderen Teilnehmer auch, haben Renate Paulsberg und Anne-Marie Neifer bereits Erfahrungen bei früheren „Siemens Cooking Cups“ gesammelt. Bislang waren die Dinslakerinnen bei den Regionalausscheidungen immer die „ewigen Zweiten“. Dieses Mal sind sie erfolgreich und dürfen am 22. Oktober beim Halbfinale in Traunreut starten. Dort werden 20 Teams am Herd gegeneinander antreten. Auf die Erfolgreichsten wartet dann im Dezember das finale Kochduell auf einem Kreuzfahrtschiff vor den Kanaren.

Das Küchenstudio ist am Ende wieder blitzblank, Denn auch das Spülen und Putzen muss in der Zeitvorgabe erledigt werden. Nur ein Hauch der delikaten Aromen liegt noch in der Luft. (Grafschafter Nachrichten, 10.09.2010)